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Pflegekompass - Zeichen einer Exsikkose

Dieses Entscheidungsfeld unterstützt Pflegepersonen dabei, Anzeichen einer drohenden oder bestehenden Exsikkose frühzeitig zu erkennen, strukturiert einzuordnen und angemessen zu handeln.

Es ersetzt keine ärztliche Diagnostik und keine organisationsinternen SOPs, dient jedoch als pflegerischer Orientierungs- und Handlungskompass.

Ziel und Abgrenzung

Dieses Entscheidungsfeld dient der frühzeitigen Erkennung relevanter Exsikkose-Zeichen und der pflegerischen Einordnung im klinischen Alltag.
Es unterstützt die Entscheidungsfindung, übernimmt jedoch keine Verantwortung für Diagnosestellung oder Therapieentscheidungen.

Risikosituationen – SCHNELL CHECK

Akute Bewusstseinsänderung oder neue Verwirrtheit?
Schwindel beim Aufstehen oder Kollapsneigung?
Deutlich reduzierte Urinmenge oder sehr dunkler Urin?
Trockene Mundschleimhaut oder Zunge?

Zeichen einer Exsikkose - nach Relevanz

Klinische Einschätzung

Beobachten

Handlungsbedarf

Akute Gefährdung

Pflegerisches Assessment - was ist zu tun?

DGKP

Basismaßnahmen

Beobachten

Voraussetzung
Geringe Zeichen ohne Kreislaufprobleme
Patient*in wach orientiert
Trinken möglich

 

Maßnahmen DGKP

  • Vitalzeichen erheben und dokumentieren
    Puls Blutdruck Temperatur SpO₂

  • Flüssigkeitsbilanz starten oder weiterführen
    Einfuhr Ausfuhr Trend beachten

  • Trinkangebot aktiv anbieten
    kleine Mengen regelmäßig nicht nur bereitstellen

  • Haut und Schleimhäute beurteilen

  • Re-Evaluation festlegen
    zum Beispiel nach 60 Minuten

  • Veränderungen dokumentieren und weiter beobachten

 

Ziel
Stabil halten und frühzeitig Verschlechterung erkennen.

Trinken möglich

  • Trinkplan für die nächsten 4 Stunden festlegen

  • bevorzugte Getränke anbieten

  • Hilfsmittel bereitstellen Becher Strohhalm Andickung falls nötig

  • Ursachen checken Übelkeit Schmerzen Schluckprobleme

Trinken nicht möglich

  • Schluckprobleme Aspirationsrisiko

  • Übelkeit Erbrechen

  • deutliche Bewusstseinsveränderung

    Dann

  • keine forcierte orale Gabe

  • ärztliche Rücksprache

  • Vorbereitung auf weitere Maßnahmen nach SOP

Voraussetzung

  • Mehrere Zeichen oder rasche Verschlechterung
  • Reduzierte Urinmenge plus Schwindel Schwäche
  • Risikoperson

 

Maßnahmen DGKP

  • Vitalzeichen engmaschig kontrollieren
    inklusive Verlauf nicht nur Einzelwert

  • Flüssigkeitsbilanz konsequent führen
    jede Trinkmenge dokumentieren

  • Trinkplan für die nächsten Stunden festlegen
    realistisch überprüfbar

  • Bevorzugte Getränke anbieten und Hilfsmittel einsetzen
    Becher Strohhalm Andickung falls nötig

  • Ursachen prüfen
    Schmerzen Übelkeit Schluckprobleme Mundtrockenheit

  • Ärztliche Rücksprache vorbereiten oder durchführen
    bei fehlender Besserung oder Unsicherheit

  • Re-Evaluation zeitnah festlegen
    zum Beispiel nach 30 Minuten

 

Ziel
Verschlechterung stoppen und Eskalation vermeiden.

Risikopersonen

Personen mit erhöhtem Risiko für eine Exsikkose sind insbesondere

  • ältere Menschen
  • Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz
  • Personen mit eingeschränkter Mobilität
  • Personen mit Schluckstörungen
  • Menschen mit akuten Infekten oder Fieber
  • Personen mit Polypharmazie insbesondere Diuretika
  • Menschen mit verminderter Durstwahrnehmung
  • Personen mit gastrointestinalen Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall
  • Menschen bei hohen Umgebungstemperaturen


Bei Risikopersonen niedrigere Schwelle für Maßnahmen und frühere Re-Evaluation.

Voraussetzung
Red Flags oder Kreislaufinstabilität
Bewusstseinsveränderung
Hypotonie oder ausgeprägte Tachykardie
kalte Akren oder anhaltendes Erbrechen

 

Maßnahmen DGKP

  • Vitalzeichen sofort erheben und sichern

  • Patient*in nicht allein lassen

  • Keine forcierte orale Flüssigkeitsgabe

  • Ärztliche Hilfe sofort veranlassen
    bzw Rettung je nach Setting

  • Lagerung und Sicherheit gewährleisten

  • Maßnahmen und Zeitpunkt exakt dokumentieren

 

Ziel
Akute Gefährdung minimieren und rasche medizinische Versorgung sicherstellen.


Reflexionsfragen

Seit wann besteht die reduzierte Flüssigkeitsaufnahme?
Gibt es bekannte Risikofaktoren wie Fieber, Diarrhoe, Dysphagie, Demenz oder Immobilität?
Besteht ein Zusammenhang mit Medikation z. B. Diuretika, Laxantien oder Infekten?
Handelt es sich um eine akute Veränderung oder einen schleichenden Verlauf?

 

Diese Einordnung dient der Vorbereitung weiterer Schritte im Rahmen geltender SOPs.

Hilfreiche Links

Kontakt:

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